Wunschbrunnen – was mit den Münzen passiert, die weltweit in Brunnen landen

Das Phänomen Wunschbrunnen gibt es weltweit. Und jeden Tag stehen tausende Touristen mit dem Rücken zum Brunnen, wünschen sich was und werfen dann eine Münze über die Schulter hinein. Der wohl bekannteste Wunschbrunnen ist der Trevi-Brunnen in Rom, in dem täglich bis zu 3000€ landen. Bei den jährlich über 13 Millionen Besuchern sind das kommt da schnell ein kleines Vermögen zusammen. 2013 waren es rund 1,2 Millionen Euro.

Woher kommt der Brauch?

Darüber gibt es mehrere Gerüchte. Die Einen beziehen sich auf eine Legende, der zufolge jeder, der eine Münze in den Trevi-Brunnen wirft, einmal nach Rom zurückkehren wird. Eine zweite Münze bewirkt angeblich, dass man sich in einen Römer oder eine Römerin verliebt. Hierbei ist die Vorgehensweise aber auch entscheidend: Man muss mit dem Rücken zum Brunnen stehen, die Münze(n) in seiner rechten Hand halten und dann über seine linke Schulter werfen. Andere behaupten der Ursprung des Münzwerfens liegt in dem US-Film „Drei Münzen im Brunnen“ aus dem Jahr 1954, in dem sich, nach einigen Irrungen und Wirrungen, drei Paare in Rom finden nachdem sie drei Münzen in Brunnen geworfen hatten.

Ob nun ein, zwei oder drei Münzen, in einem sind sich alle einig: eine Münze in einen besonderen Brunnen zu werfen bringt Glück.

Was passiert mit dem Geld in den Brunnen?

Wir wissen schon über die beachtliche Summe, die täglich im Trevi-Brunnen landet, Bescheid. Da muss der Brunnen natürlich hin und wieder einmal „geleert“ werden. Was passiert als mit dem ganzen Geld?

In Rom kümmern sich Caritas-Freiwillige um das Geld. Die Einnahmen werden für wohltätige Zwecke gespendet. Leider kam es in der Vergangenheit vermehrt zu Diebstählen, weshalb der Brunnen heute streng bewacht wird. Wer versucht, Geld aus dem Brunnen zu stehlen, kann sogar festgenommen werden.

Auch im Brunnen des berühmten Hotels „Bellagio“ in Las Vegas, USA sammelt sich jährlich eine stolze Summe an. Die rund 12.000 Euro werden auch hier an gemeinnützige Organisationen gespendet.

Am Münchener „Fischbrunnen“ am Marienplatz geht die Tradition noch etwas weiter zurück. Hier findet am Aschermittwoch das sogenannte „Geldwaschen“ statt. Dabei wäscht der Münchener Oberbürgermeister, meistens zusammen mit dem Stadtkämmerer, das Stadtsäckel im Wasser des Fischbrunnens. Damit soll erwirkt werden, dass das Geldsäckel im nächsten Jahr wieder gefüllt ist. Der Brauch geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Damals war es eine Tradition der ärmeren Schichten. In den 1950er Jahren übertrug Münchens Oberbürgermeister Thomas Wimmer den Brauch auf den städtischen Geldbeutel.

Ob da nun was dran ist an dem Brauch und die Münzen einem wirklichen Glück bringen – wer weiß. Aber schaden kann es ja schließlich auch nicht! Vor allem dann nicht, wenn das Geld für wohltätige Zwecke verwendet wird.