Was macht uns glücklich im Leben?

Das ist die Frage aller Fragen für jedermann. Was können wir tun um wirklich glücklich zu sein in unserem Leben? Ist es ein guter Job? Viel Geld? Gesundheit? Oder etwas ganz anderes?

In einer kürzlich durchgeführten Untersuchung wurden Millenials zu ihren Zielen im Leben befragt. Über 80% nannten „reich werden“, über 50% „berühmt werden“ als ihr höchstes Lebensziel. Heutzutage wird uns immer gesagt, wir sollen uns der Arbeit verschreiben, höher und weiter gehen und nach dem Besten streben. Das lässt uns glauben, dass beruflicher Erfolg der Schlüssel zum Glück sei.

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Aber, ist das wirklich so?

Die „Harvard Study of Adult Development” hat sich zum Ziel gesetzt, herauszufinden, was uns im Leben wirklich glücklich macht und gesund bleiben lässt. Die Studie startete 1938 und ist die längste Studie über das menschliche Leben, die jemals durchgeführt wurde. Über mehr als 75 Jahre haben Forscher die Daten über das Leben von 724 Männern ausgewertet. Seit 2003 ist Robert Waldinger, Psychologe an der Harvard Universität, der vierte Direktor der Studie. Studien über einen so langen Zeitraum scheitern meistens ziemlich früh, weil Versuchspersonen aussteigen oder das Forschungsgeld zu Neige geht.

Die Studie folgt zwei Gruppen an Männer durch ihr Leben. Die Teilnehmer der „Grant Study“ bestehen aus 268 Harvard Absolventen, die „Glueck Study“ untersucht das Leben von 456 Männern aus Bostons ärmsten Stadtvierteln. Am Anfang der Studie wurden alle Männer (damals noch Teenager) und deren Eltern befragt und ärztlich untersucht. Über die Jahre sind die Teenager herangewachsen und sind Anwälte, Maurer, Doktoren und einer ist sogar Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Manche sind dem Alkoholismus verfallen, andere schizophren geworden. Manche konnten gesellschaftlich aufsteigen, andere sind  abgestiegen.

Über die Jahre wurden den Versuchspersonen alle zwei Jahre Fragebögen zugeschickt, es wurde alle fünf Jahre Informationen über ihren Gesundheitszustand von ihren Ärzten eingeholt und alle fünf bis zehn Jahre wurden sie persönlich (meist auch mit der Ehefrau) interviewt.

Die Ergebnisse sind eindeutig: es sind nicht Ruhm, Reichtum oder harte Arbeit, die uns zufrieden machen. Es sind gute Beziehungen, die uns glücklich machen und gesund bleiben lassen. Insbesondere drei Lektionen lassen sich aus der Studie ableiten:

  1. Soziale Kontakte sind gut für uns

Sozial gut verknüpfte Menschen sind glücklicher, gesünder und leben länger als Menschen mit weniger sozialen Kontakten.

  1. Auf die Qualität der Beziehung kommt es an

Es geht nicht um die Anzahl an Freunden oder den reinen Fakt, dass wir in einer festen Partnerschaft sind. Wir wissen alle, dass man sich auch in der Menge einsam fühlen kann, sogar in einer Ehe. Manchmal ist es besser eine unglückliche Ehe zu beenden, als sein Leben lang zu leiden. Auf der anderen Seite wirken sich gute Beziehungen und Partnerschaften positiv aus. Die Studie hat gezeigt, dass Menschen, die mit 50 zufrieden mit ihrer Beziehung waren, die gesündesten im Alter von 80 Jahren sind.

  1. Gute Beziehungen schützen nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch unser Gehirn

Mit 80 Jahren in einer beständigen Beziehung zu sein, in der man sich auf den anderen verlassen kann, schützt unser Gehirn. Das Gedächtnis bleibt länger scharfsinnig.

Für die meisten von uns machen die Ergebnisse Sinn. Wieso sind sie dann so schwer zu verstehen und so einfach zu ignorieren? Naja, wir Menschen streben immer nach einer möglichst einfachen Lösung. Wir wollen etwas erwerben, dass unser Leben besser macht, am besten langfristig. Beziehungen sind jedoch harte Arbeit, man kann sie sich nicht einfach irgendwo besorgen. Als die Studie startete gaben viele der damals jungen Männer die gleichen Ziele an, wie die Millenials heute. Über die Jahre hinweg hat sich der Fokus aber oft gewandelt und es hat sich gezeigt, dass die glücklichsten Teilnehmer die sind, die in ihren 50ern hart daran gearbeitet haben, Arbeitskollegen mit „Spielkameraden“ zu ersetzten.

Zusammengefasst sieht man, dass es sich lohnt, soziale Beziehungen wichtig zu nehmen und an ihnen zu arbeiten, da sie der Schlüssel zu einem langen, glücklichen und gesunden Leben sind. Machen Sie sich noch heute Gedanken über Ihre Work-Life-Balance! Und rufen Sie Ihre Mutter an!