Corporate Carsharing statt Dienstwagen

Häufig werden Firmenwagen viel zu selten genutzt und parken teilweise sogar eine Woche lang im Fuhrpark, ohne dass sie in Anspruch genommen werden. Besonders bei Abteilungs-Fahrzeugen kann der ungünstige Fall eintreten, dass das Dienstauto nutzlos herumsteht, obwohl die Nachbarabteilung es möglicherweise gebraucht hätte. Es findet kein Austausch statt, da man die Freiheit haben möchte, jederzeit auf ein Fahrzeug zugreifen zu können. Wir stellen Ihnen heute eine innovative Alternative vor:

Stationsbasiertes vs. Free-floating Carsharing

Stadtmobil, Cambio und Flinkster bieten schon stationsbasiertes Carsharing an, bei dem die Fahrzeuge an festen Standorten geparkt werden und bereits längerfristig vor der Nutzung reserviert werden können. Dies bietet sich besonders für die geschäftliche Nutzung an, im Gegensatz zum sogenannten Free-floating System wie bei Car2go, Drivenow oder Multicity. Hier sind die Autos überall im Mietgebiet verteilt, müssen erst über das Smartphone lokalisiert werden und können nur kurzzeitig reserviert werden. Das ist nur dann möglich, wenn der Firmensitz sehr zentral und die Nutzung durch die Mitarbeiter eher flexibel erfolgt, wie beispielsweise bei spontanen Kurzfahrten. Das stationsbasierte Carsharing ist somit in den meisten Fällen vermutlich die sinnvollere und auch kostengünstigere Option.

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Firmeninternes Carsharing

Wendet man nun beispielsweise das stationsbasierte Carsharing im eigenen Fuhrpark an, kann dies eine Kostensenkung bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung zur Folge haben. Es parken circa 20 Prozent weniger ungenutzte Dienstwagen und gleichzeitig stehen trotzdem mehr Fahrzeuge zur Verfügung, wenn sie wirklich gebraucht werden. Die Einsparungen können nun für die Wartung, Reparatur und Reinigung der Autos verwendet werden, sowie für Tankkarten und automatische Abrechnungssysteme. Für Mitarbeiter könnte beispielsweise eine eigene Buchungsplattform im Intranet eingerichtet werden, über die die Fahrzeuge reserviert werden. Im Anschluss könnte man einen Keymanager installieren, der den jeweiligen Autoschlüssel nur dann ausgibt, wenn der Angestellte sich mit einem gültigen Führerschein ausweisen kann. Nutzen die Mitarbeiter das Carsharing-System auch privat, können sogar zusätzliche Einnahmen generiert werden.

Es ist jedoch damit zu rechnen, dass die Angestellten sich zunächst gegen die Einführung des Corporate Carsharing wehren, da Dienstwagen nun einmal ein Statussymbol darstellen und viele auf diesen Luxus vermutlich nicht verzichten möchten. Des weiteren macht dieses Modell nur Sinn bei regelmäßiger, aber nicht übermäßiger Nutzung der Firmenwagen, weshalb jedes Unternehmen wohl selbst entscheiden muss, ob ein Umdenken im Einzelfall lohnenswert wäre. Nichtsdestotrotz ist Corporate Carsharing zweifellos eine innovative Alternative, die für eine genauere Betrachtung durchaus lohnenswert ist.