3 Tage Rockavaria – Ein Erfahrungsbericht [Achtung: Subjektiv.]

Wir waren 3 Tage für euch beim ersten Rockavaria im Münchner Olympiapark. [Bildergalerie]


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[Achtung: Spoiler]:

Es ist nicht alles Sch**** was nicht glänzt.

Vorneweg gleich mal die Erklärung warum subjektiv:

Ein klassischer Rock und Metal Fan sieht wohl anders aus. Mit 24, kurz nach dem Studium pass ich zwar noch ganz gut ins Muster eines klassischen Rock-Festival Besuchers, allerdings bin ich doch eher ein klassischer „Ich-hör-wirklich-alles-was-mir-gefällt-Mensch“. Ok, zugegeben, ich hab so meine Vorlieben. Die liegen größtenteils in der elektronischen Musik, liegt wahrscheinlich daran, dass ich früher oft mit meinem älteren Bruder zusammenhing. Und so dauerte es nicht lang und irgendwann mit 12 oder 13 ging mir „Da Rogue’s – Die Ankunft“ nicht mehr aus dem Kopf. Ich ließ mir also die CD brennen auf dem das Prachtstück zu hören war und so begann die ganze Geschichte.

Aber, das muss man mir wohl zu Gute halten. Ich hör auch Rock, ok auch Pop und Hip Hop und „haste nich gesehen was sonst noch“.

Diese Rock-Sache ist dann wohl aber eher so ein Phasen-Ding. Einmal alle 2-3 Monate hab ich so meine Rock-Phase und die dann auch recht lang. Zwischendurch geht natürlich auch immer.

Also: Welch Glück, dass ich letztens im Media Markt zufällig der neuen Prodigy Scheibe über den Weg gelaufen bin. Die Phase hat wieder begonnen, das Ding wurde gekauft und lief im Auto hoch und runter, was dazu führte, dass ich mich prompt bei eBay wiederfand und noch die ein oder andere Platte die mir gerade so in den Sinn kam bestellte.

Lange Rede kurzer Sinn: Ich hatte mal wieder richtig Bock auf ein Festival – ein ROCK Festival, das letzte war immerhin schon.. puuuh… Wann war Rammstein Headliner bei Rock am Ring? Wow.. Das war noch vor dem Studium. Es wurde also wirklich wieder Zeit!

Ok, also dann sollte es wohl nicht anders sein, Mittwoch Nachmittag lagen also die Tickets auf dem Tisch, eine Begleitung musste noch her, in Frage kamen viele – den Zuschlag bekam eine Freundin aus dem Studium.

Tag 1

Freitag dann also. Arbeit. Tick, tick, tick. Uhr… Tick, tick, tick… 16.30 – Raus hier! Kurz nach Hause, die Begleitung einsammeln, den Rucksack packen und ab in die U-Bahn.

Ca. 17.50 Uhr: Angekommen, reingekommen, Bändchen holen, soweit so gut. Kurzer Blick auf das Line-Up und dann war recht schnell klar, BABYMETAL in der Olympiahalle. Wieso BABYMETAL? Wurde uns empfohlen.
Also rein in die Halle und dann… Ja und dann? Runter? Rechts? Links? Sitzen? Stehen? Muss man sich erstmal entsche…. Moment.. SITZEN? Ja – sitzen! Die Ränge waren alle offen. Und alle schon relativ gut gefüllt. Okay… Wir waren müde, erschöpft von der Arbeit oder der 4h Zugfahrt hier her. Die Band kannten wir auch nicht wirklich… Also gut: Whatever. Erster Act zum Aufwärmen – Sitzen.

Und dann: Wow. Klar haben wir uns das ein oder andere Lied bei YouTube angehört. Und angesehen. Also ganz grob wussten wir auf was wir uns einlassen. BABYMETAL sind 3 kleine süße Japanerinnen in diesen klassischen japanischen schulmädchenuniformähnlichen, an Anime erinnernden kleinen schwarz-roten Kleidchen. Viel Choreo, viel hohes Gerscheie, das wirkt irgendwie sehr kindlich. Bis auf die Band im Hintergrund: düstere Verkleidung – und heilige Sch**** die Hütte brennt und die Masse auch, die machen ja richtig Stimmung die kleinen süßen Mädchen. Nicht schlecht, find ich gut.

Naja wie auch immer. ich drifte ab. Also BABYMETAL war stark. Genau der Auftakt den wir gebraucht hatten. Laut, schrill, anders, irgendwie lustig. Die Festival-Stimmung war jetzt da. Endgültig. Das werden 3 geile Tage!

19.50 Uhr: Kurz auf den Plan schauen: Muse beginnt um 21.00 Uhr. Davor reizt uns eigentlich nur Incubus. Aber Festival ist Festival: Wir flanieren also über das Gelände, holen uns Essen und Trinken. Und dann schon wieder dieses seltsame Gefühl wie beim Anblick der Sitzplätze in der Halle – Irgendwas ist hier anders. Festival-Erfahrungen hatten wir beide genug. Unter anderem Rock am Ring, Southside, Nova Rock, FM4 Frequency und weitere.
Und irgendetwas passt hier nicht so ganz. Naja, Schwamm drüber. So langsam wird es Zeit 20:30 Uhr: Wenn wir noch nach unten und einen guten Platz wollen sollten wir langsam los. Ist wahrscheinlich eh schon voll.

20:35 Uhr: Da. Schon wieder. Das ist komisch. Wir hatten zwar Sitzplatzkarten, die gabs halt noch, wollten aber runter. Nur doof, dass das nicht geht. Sitzplatz heißt Sitzplatz im Stadion. Zugegeben, ich hatte bei einem Festival noch nie Sitzplätze aber ich dachte immer, da die Tickets teurer sind dürfte man sich das aussuchen. Na gut, dumm gelaufen aber auf den Rängen ist sicher auch krasse Stimmung.

Denkste!

Die waren leer! Naja gut, nicht leer aber das grelle Grün der alten Stadion Sitze dominierten doch das Bild. Und unten? Mehr grauer Boden als Menschen. So zumindest der Eindruck.

Also schön, müde waren wir noch immer. BABYMETAL hat zwar Stimmung gemacht aber nicht dauerhaft wach. Muse spielt bis 23:00 Uhr und um 22.20 Uhr beginnen dann Limp Bizkit in der Olympiahalle. Der Plan: Lass uns eine Stunde bleiben und dann rüber, da ist klein, da ist sicher gut besucht, da geht was! Zugegeben: Muse konnte einem schon etwas leid tun, die hatten sich sicher mehr erwartet. Mehr Publikum. Mehr Stimmung. Rücksicht nehmen können wir darauf natürlich nicht.

Kurz vor 22:00 Uhr: Wir sind schon relativ spät dran, also los geht’s in die Halle zu Limp Bizkit! Yeah!

Denkste!

Und während ich diesen Beitrag schreibe muss ich dann spontan an die Lyrics von „Da Rogue’s – Die Ankunft“ denken (wirklich ein Zufall! Aber passt!):

Es war der Tag als die Menschheit zum Himmel blickte,
keiner hätte im Traum jemals daran gedacht,
dass sich erfüllen könnte was da stand geschrieben[…]

Und was stand da geschrieben? Auf den zwei großen Anzeigetafeln des Stadions stand:

SICHERHEITSHINWEIS

Die Olympiahalle ist derzeit leider geschlossen. Bitte nutzen Sie unser weiteres Musikangebot.

Oder so ähnlich. Die Enttäuschung ließ mich dann vergessen ein Bild zu machen.

Also Muse. Die Armen.

Ca. 23:00 Uhr. Aus.

So. Also aus. Und dann ganz typisch Festival:

Ab in die U3 und nach Hause ins eigene Bett! Kein Zeltplatz, kein Grillen, keine Bierdosenskulpturen, keine Trinkspiele auf den Wegen, keine Dosenravioli, keine gefühlte 17 verschiedene, viel zu laute, mit Generatoren betriebene Anlagen die auch um 03:00 Uhr nachts noch durch die Zeltwände eine Mischung aus Heavy Metal, Ballermann und Elektro in dein Ohr hämmern. Nein, heute nicht, nichts davon. Heute: U3. Hat auch was. Was genau wollte mir an dem Abend nicht ganz klar werden… Aber irgendwas muss da ja sein.

Tag 2

Nochmal einkaufen, Mittagessen, Rucksack wieder packen und los. Heute wird’s besser!

Ok, das erste lief ja schon grandios schief – Blitz Kids war der Plan: 13:15 Uhr. Aber OK, das ist wohl unsere Schuld gewesen, verpennt und das ganze typische Samstagsgetue. Also schön, nach Blitz Kids kommt ersteinmal kein Must-See‘s für uns mehr. Und dann wurde es irgendwie 16:30 bis wir am Gelände eintrafen. Wie gesagt: Unsere Schuld. Wobei ich mir für mein Gewissen immernoch vorgaugle, dass ich bei Rock am Ring am Samstag sicher nicht einkaufen gehen würde. Aber lange darüber nachzudenken woran es jetzt lag bringt ja auch nichts. Den Zeltplatz habe ich trotzdem vermisst.

16:30 Uhr: also und wir schauen uns die letzte halbe Stunde von Accept an. Von unseren Plätzen aus. Block Y3. Sitzend. Und dann. 17.00 Uhr. Im Theatron waren wir noch nicht. Und Mad Caddies wollten wir sehen. Eine der wenigen Bands die nicht Rock pur sind. Und da wird es mir klar: Das fehlt! Zugegeben, ich war nie bei Wacken und kenn da auch die Line Ups nicht allzugut was die kleineren Bands angeht. Aber wieso ich Festivals immer so geliebt habe: Man hat was zur Abwechslung, es ist nicht immer nur Rock, Rock, Rock. Klar darum geht‘s. Aber das macht’s dann auch irgendwie aus. Und: das ist geil! Ich schätze, die Hälfte der geilen Festivalmomente (also auf dem Gelände, Zeltplatz bleibt mal außen vor, denn vergleichbares gibt es hier ja nicht. Außer die U3.) waren eben keine Rock Acts. Basement Jaxx im Rock am Ring Coca Cola Zelt, Dizzee Rascal auf der Center mittags bei gefühlten 40 Grad, Cypress Hill ebenfalls auf der Center. Ja, da wäre wieder etwas was fehlt. Mir zumindest.

Da wären wir also. Theatr….ooooooooooo…..n… Schlange? Und mit Schlange meine ich Schlange… Ich hab dann nicht mehr auf die Uhr geschaut aber es waren 30 Minuten +.

Naja nervig, aber wir waren dann irgendwann drinnen. Und irgendwie wird dann klar warum hier nicht so viele rein… nicht reinpassen… rein sollen.

Klar, ich hab das Theatron schonmal gesehen, aber der Gedanke, dass die Leute hier eigentlich Pogen, Feiern, Springen und Tanzen wollen bis zum Allerletzten kam mir erst als ich die Bühne und die Steintribüne sah. Auch das kenn ich nicht, auch das ist anders. Also gut, was macht man da? Klar: Sitzen. Etwas anderes darf man hier auch gar nicht. Steht zumindest auf den Schildern an jeder Ecke.

Naja gut. Das Verbot das klappt mal mehr mal weniger gut. Bei Mad Caddies ging das Ganze noch relativ gediegen zu.

Festivaltypisch wären wir eigentlich gern mal von Bühne zu Bühne gegangen um von mehreren Bands ein paar Minütchen mit zu kriegen. Aber Anti-Flag und Sick Of It All waren eigentlich auf der To Do Liste. Und die halbe Stunde vor Mad Caddies lies uns daran zweifeln ob wir hier jemals wieder reinkommen würden. Also: Sorry The Darkness, sorry Five Finger Death Punch, sorry Judas Priest. Wir blieben. Bis knapp zur Hälfte von Sick Of It All, die es dann doch geschafft haben das Theatron irgendwie zum Tanzen, Pogen, Stage-diven zu bringen. Anti-Flag soll hier nicht unerwähnt bleiben. Die haben mich für diese Art Location schon irgendwie überrascht. Und das Finale mit Schlagzeug in der Menge war wirklich stark.

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Anti Flag live at #rockavaria #RAV2015 #sick

Posted by Derag Livinghotels on Samstag, 30. Mai 2015

Aber Sick Of It All hat das getoppt. Ganz klar.

Irgendwie war die miese Stimmung weg. Vielleicht lag es auch daran, dass Sick Of It All auf die Bühne kamen und irgendwie ähnlich erstaunt über die Art der Locatoin für ein Rock Festival waren. Die Frage was das denn für F*** sei, schien durchaus berechtigt. Aber: Wie bereits erwähnt: Die haben das echt gerockt! Krass!

Ca. 21:50 Uhr: KISS läuft jetzt seit 50 Minuten, ist bis 23:00 Uhr angeschrieben. Airbourne bis 23:30. Kommt mir bekannt vor. Die Hoffnung beide zu sehen schwindet irgendwie. Aber gestern war es Muse gegen Limp Bizkit, ich könnte es nachvollziehen, wenn mehr Leute Zweitere sehen wollten. Aber das ist KISS. Und wenn wir auch hier Abstriche machen und vielleicht um 22.30 gehen würden könnte das klappen. Oder?

Denkste!

Wir sitzen also wieder in Y3 bei KISS. Und, ja leck mich fett. Ich hab KISS zwar schon gesehen, aber es ist doch immer wieder etwas Besonderes…
Und ganz besonders war das wirklich. Denn kurz bevor wir gehen wollten, also gegen 22.30 Uhr knallt es einmal laut und es wird fast taghell im Stadion. Nochmal. Feuerwerk. Und dann: Lichter aus. Beeindruckend war dann doch irgendwie, wie viele Leute sofort und wirklich zügig die breiten Treppen des Stadions hochgerannt sind. Hatten wohl einen ähnlichen Plan wie wir. Der Respekt KISS gegenüber ist da wohl etwas vergessen worden, genauso wie die Schreie nach einer Zugabe. Das lag wohl auch daran, die meisten man wohl erwarteten, dass es wahrscheinlich nur eine Handvoll noch in die Halle schaffen würde. Aber das Finale war schon wirklich fett. Trotzdem: Schreie nach einer Zugabe hätte man erwartet… Aber auch bei KISS war das Stadion bei weitem nicht voll. Das musste ja heißen bei Airbourne war schon ordentlich was los.

Und so war es dann auch, dachte man zumindest – als wir wieder in Richtung Halle liefen und der ganze Bereich zur Halle und Theatron abgesperrt war. Social Media sei Dank: Da gab es einige die uns das Gegenteil beweisen sollten. Bei Airbourne, genauso wie bei Limp Bizkit war eigentlich noch Platz. Komisch.

Liegt wohl an der Location. Viele Treppen, viel Gedrängel, seit einigen Jahren geht man da, ZURECHT!, auf Nummer sicher. Aber spätestens am nächsten Tag kam mir das doch sehr übertrieben vor, da war ich abends nämlich doch in der Halle. Aber dazu später mehr.

Nach KISS ging‘s dann also: Ins Auto. Ja auf U3 Camping-Ersatz hatten wir irgendwie kein Bock.

Tag 3

Diesmal 16:00 Uhr: Die fehlende halbe Stunde KISS war irgendwie ein Downer. Aber gut. Wir kommen an und hören uns bis halb fünf Testament an. Dann wieder der Plan: Stick To Your Guns bis 18:00 Uhr, Deez Nuts und dann je nachdem zu Faith No More oder Eskimo Callboy. Hier ganz wichtig: Wir kannten Eskimo Callboy nur von der Rockavaria Website. Wirklich. Sah recht interessant aus. Schräge Pandabären und andere Outfits und die Musik klang wirklich gut. Krass. Laut. Gut. Na gut. Wir gehen also wieder mit gemischten Gefühlen in Richtung Theatron und: wow. keine 15 Minuten und wir sind drinnen, ja da haben wir uns echt gefreut. Dann also Stick To Your Guns. Und was gestern bei Sick Of It All schon wirklich phänomenal war, wirkte heute dann doch eher wie Kindergarten. Das Theatron bebte und obwohl ganz vorne nur knapp 2 Meter bis zur ersten Steinstufe waren verwandelte sich das Theatron in eine 2-Meter-Stagedive-Maschinerie die gar nicht mehr aufhörte einzelne Menschen über die Absperrung zu heben. Die drei Securities schienen dann auch zwischenzeitlich etwas überfordert. Damit schien man nicht gerechnet zu haben. Hätte ich auch nicht. Die Intervalle in denen Menschen diese 2 Meter auf Händen in die Arme der Sercurity getragen wurde war schier unglaublich. Ich, wir, alle waren begeistert. Das war dann einer dieser Momente in denen das mit dem Sitzenbleiben irgendwie nicht so recht klappen wollte. Aber es hinderte uns auch keiner, und das war auch gut so. Also kurz und knapp Stick To Your Guns war krass. Geil.

18:20 Uhr: Auch die Deez Nuts wunderten sich erst einmal über die Location und versprachen hoch und heilig noch nie in einer ähnlichen gespielt zu haben. Glaub ich ihnen.

19:20 Uhr: Die Deez Nuts waren fertig und es wurde für Eskimo Callboy aufgebaut, es wurde viel aufgebaut. Disko Kugeln, Nebelmaschinen, ein geschmücktes Schlagzeug und aufblasbare Palmen und Tiere. Ja… das machte uns neugierig und wir blieben. Sah ja auch auf der Homepage ganz interessant aus. Dann kamen sie. Und wir gingen. Bitte nicht falsch verstehen: Die Musik war wirklich super, aber die als Klischee-Deutsche verkleideten, rosa Hemden, Sandalen und Tennissocken tragenden Kerle mit ihren Ballermann-Party-Zwischenrufe zwischen den Liedern wollten uns irgendwie nicht so recht gefallen.

Also raus und in Richtung Stadion. Inzwischen war Faith No More vorbei und wir warteten auf Metallica.

Metallica.

Wir hatten wieder einen Plan (diesmal nicht ganz einstimmig, aber er stand): Bis 22:00 Uhr Metallica und dann Within Temptation, ich wär auch bei Metallica geblieben…

Metallica war dann auch eine der wenigen Bands die ich zum ersten Mal sah. Und das erste Mal kam mir dann auch das Stadion wie ein RICHTIGES Festival vor. Unten voll. Oben voll. Laut. ca. 80.000 Hände in der Luft.

Entschädigung bis hier hin geglückt. Für alles was bisher war. Was für ein Feeling in dem alten Stadion.

Na gut, ich war mehr als zufrieden, hab alles wieder vergessen was war, alles was mir bis dato fehlte, was schief lief und was irgendwie da war, obwohl man es nicht erwartete. Da kann ich auch damit leben zu Within Temptation zu gehen. Da werden auch ein paar sein und Stimmung machen.

Im wahrsten Sinne.

Mir kam das Gefühl wieder, dass ich auch bei Muse hatte: Die Armen. Geisterhalle. Aber die kommen sicher wenn Metallica aus ist.

Denkste!

Nach und nach kommen dann doch noch einige in die Halle, die aber auch bis zum Schluss inklusive Zugaben bis ca. 23:45 Uhr nicht einmal zu einem Viertel gefüllt ist.

Später sollten wir wieder erfahren, dass lag mit Nichten daran, dass die Metallica Fans das Festival auch wirklich mit Metallica beenden wollten, (Ihr kennt das ja sicher, dass man sich beim Essen ein Bissen vom leckersten Teil zurücklegt um damit aufzuhören) sondern, dass der Bereich wieder einmal großräumig abgesperrt wurde. Diesmal versteh ich es wirklich nicht.

Aber ich war ja drinnen und habe das erst später erfahren.

Auf dem Rückweg zum Parkplatz hört man dann eigentlich immer dasselbe, und zwar das, was hier auch steht. Mir wird noch einmal eine Sache klar, die mir fehlt. Und dann plötzlich sogar sehnlichst. Etwas was einfach dazu gehört, worauf man nicht achtet, was aber wirklich fehlt wenn man merkt, dass es nicht da ist…

Staub.

Fazit

Also was bleibt vom Rockavaria 2015?

Es bleibt irgendwie der Eindruck die Veranstalter waren etwas übervorsichtig.

Es bleibt irgendwie der Eindruck, auf all das was ein Festival ausmacht, wurde aus organisatorischen Gründen verzichtet.

Es bleibt irgendwie der Eindruck dieses ganz besondere Festival Gefühl wollte irgendwie nicht auftauchen.

Es bleibt irgendwie das Gefühl, das Ganze ist nicht dreckig genug für ein Festival…

und an diesem Punkt denkt man dann nach. Und dann bleibt irgendwie das Gefühl so saubere Klos sonst nur von zuhause zu kennen. Die waren echt sauber. Alle.

Und doch scheint es dem Festival auf den ersten Blick eine Einzigartigkeit die andere Festivals haben und die andere Festivals ausmachen zu fehlen.

Und dann denke ich wieder an das kleine Theatron, die 2-Meter-Stagedive-Maschinerie die Stick To Your Guns so heftig antrieb, dass man es kaum glauben konnte. Dieses kleine Theatron, das sicher nicht wirklich bebte, obwohl man währenddessen doch das Gefühl hatte.

Eine kleine Gruppe von zwei, vielleicht dreitausend Leuten bei einer doch großen, bekannten Band wie Within Temptation, die bis zum Schluss feierten als gäbe es kein morgen.

Und zu guter Letzt Metallica, die es zum Ende des Festivals geschafft haben dieses Stadion zu füllen, randvoll. Eine Leistung die ich spätestens nach dem KISS Auftritt eigentlich nicht mehr für möglich gehalten hätte, weil ich einfach nicht glaubte, dass überhaupt so viele Menschen auf dem Festival gewesen sind um das Ding zu füllen.

Und vielleicht ist es dann am Schluss genau das, was dieses Festival doch auf eine einzigartige Art und Weise besonders macht. Die Tatsache, dass Bands und Fans gleichermaßen überrascht von der Organisation und den Begebenheiten des Geländes, einfach in den Situationen in denen es nötig war aus Sch**** Gold gemacht haben. Und das bleibt dann auch in Erinnerung.

Rockavaria,

trotz allem:

Danke – Es war schon irgendwie geil.

Leider geil.

Galerie


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